• bwlv vor Ort

INFORMATIONEN ZUR THERAPIE

  • Eingangsphase (1. - 4. Woche)

Hier werden die Grundlagen einer längerfristigen Behandlung gelegt und persönliche Zielsetzungen erarbeitet. Dabei wird sorgfältig gefragt, ob eine weiterführende, Abstinenz voraussetzende Behandlung sinnvoll, machbar und gewünscht ist und was die Alternativen wären. Falls ein gemeinsamer Behandlungsplan zustande kommt, werden die Patienten in die Kerntherapie übernommen. Außerdem führen wir in Absprache mit Beratungsstellen und teilstationären Einrichtungen Kombinationstherapien durch, die einen in der Regel zwölfwöchigen Aufenthalt mit speziell abgestimmtem Programm beinhalten.

Bestandteil der Eingangsphase ist eine Beurteilung der vorhandenen Voraussetzungen und Fähigkeiten in den Bereichen körperliche und psychische Gesundheit, soziale Kontakte, berufsbezogen, Freizeitgestaltung. Davon ausgehend erfolgen ein Behandlungsplan und Schwerpunktsetzung für die weitere Therapie.

Wochenplan Eingangsphase

  •  Kerntherapie (ab 5. Woche)

Unter Kerntherapie verstehen wir die eigenständige Kurz- und Mittelzeittherapie und die zentrale Phase der Langzeittherapie.
Die Aufnahmekriterien für die kürzere Behandlung sind:

Stationäre Therapievorerfahrung, Cleanzeiten oder positives soziales Umfeld, vorhandener Arbeitsplatz. Wir erwarten von diesen PatientInnen, dass sie schnell in der Lage sind, Eigenverantwortung zu übernehmen und kontinuierlich am Erreichen ihrer Therapieziele zu arbeiten.

Im Vergleich zur Eingangsphase ist der persönliche Freiraum für die PatientInnen größer. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Übergang in die Zeit nach stationärer Therapie, erfordert aber auch Stabilität und gute Selbsteinschätzung.
Die Bereitschaft zu offener Kommunikation, das Einhalten des Regelwerks und der aktive Erhalt eines cleanen Hauses sind Grundvoraussetzung für den Aufenthalt in der Kerntherapie. Im Mittelpunkt stehen Psychotherapie, Beziehungsgestaltung, Arbeitsverhalten, Freizeitgestaltung, sich nüchtern in allen Lebensbereichen kennenlernen, Einüben neuer Verhaltensweisen.

Wir bieten vor allem in dieser Phase, aber auch schon in der  Eingangsphase eine Vielfalt von Freizeitbeschäftigungen, die als wesentlicher Teil der Lebensführung verstanden werden: Musik, Sport, Klettern, Theaterworkshop. Gelegentlich werden besondere Unternehmungen durchgeführt (Kajaktour, Zeltlager, Skifahren). Wir wollen Ihnen helfen, Spaß an einer Lebensform zu finden, die Drogen oder Alkohol überflüssig macht.

Die Frauen beider Therapiephasen haben gemeinsam einen eigenen Wohn- und Aufenthaltsbereich.

 Wochenplan Kerntherapie

  • Adaption

Die Adaption besteht aus 16 Plätzen in zentraler Lage in der Altstadt von Tübingen. Durch die Adaption soll der Weg in Arbeit und Beschäftigung geebnet, aber auch der suchtmittelfreie Umgang mit Arbeitslosigkeit und wenig strukturierten Lebensumständen gelernt werden. Die Therapie ist  auf Unterstützung der eigenständigen, aktiven Bewältigung und Gestaltung ausgerichtet und weniger auf die Herstellung stabiler Strukturen durch die Einrichtung. Belastungserprobung und, wenn nötig, Krisenbewältigung sind stets Bestandteil des therapeutischen Vorgehens.

Externe Bewerbungen von Personen, die in einer anderen stationären Einrichtung Therapie gemacht haben, sind möglich.
Vom Patienten erwarten wir: Organisation von Arbeit/Beschäftigung/Ausbildung, oft durch ein Betriebspraktikum; selbständige Haushaltsführung, Umgang mit Geld; Freizeitaktivitäten, soziale Kontakte, Umgang mit Leerlauf und begrenzten Ressourcen; Erprobung und Umsetzung vorab geplanter Schritte der persönlichen Weiterentwicklung; Aufrechterhaltung und Stabilisierung von Abstinenz; Umgang mit persönlichen Risikosituationen und Belastungsfaktoren. Ein weiteres Feld der Adaption ist die Klärung der künftigen Wohn- und Beziehungsverhältnisse. Häufig stehen nun konkrete Entscheidungen an, wie Beziehungen zu Herkunftsfamilie, Partner/Partnerin und Kindern gestaltet werden sollen.


Viermal wöchentlich finden gruppentherapeutische Sitzungen statt. In der Hauptsache finden die Gruppensitzungen mit psycho-sozialem Schwerpunkt (persönliche Entwicklung, Aspekte des Zusammenlebens und Haushaltens, Abstinenz, soziale Kontakte, Freizeitgestaltung) statt. Weiter finden Inhalte mit arbeits- und berufsbezogenem Schwerpunkten (Arbeitsplatz finden; Erfahrungen, Erfolge und Probleme bei der Arbeit/Ausbildung; Umgang mit Bewerbungssituationen, Präsentation, Absagen) in den Gruppen oder in Einzelkontakten ihren Platz. Weitere therapeutische Angebote (Einzeltherapie, Paar- oder Familiengespräche, Gespräche am Arbeitsplatz, sozialdienstliche Unterstützung) werden individuell und bedarfsorientiert durchgeführt. Darüber hinaus finden tägliche Kontakte und regelmäßige Kontrollen (der Anwesenheit, Abstinenz von Alkohol und Drogen, Haushaltsführung) statt. Die Teilnahme an gruppenübergreifenden Freizeitangeboten der Fachklinik (Klettern, Kajak, Skifreizeit u.a.) aus der Adaption heraus ist möglich. Erwartet wird darüber hinaus, dass in der Woche wenigstens eine verbindliche Freizeitaktivität außerhalb des Angebots der Drogenhilfe durchgeführt wird.
Ein hauptamtlicher therapeutischer Mitarbeiter ist über einen organisierten Bereitschaftsdienst jederzeit erreichbar.

  • Tagesklinik

Seit Anfang 2006 sind wir in der Lage, ein tagesklinisches bzw. ganztägig ambulantes Programm anzubieten. Dieses wird von den Mitarbeitern der Adaption organisiert. Es sieht Gruppentherapie, Einzeltherapie, externe Praktika und EDV-Schulung vor.

Die Aufnahmekriterien sind den Drogenberatern bekannt, ganz wichtig sind stabile Wohnverhältnisse, Abstinenzfähigkeit, cleane Bezugspersonen und ein soziales Umfeld ohne Drogen und Alkohol. In jedem Falle findet vor der Entscheidung über die Aufnahme ein Vorstellungsgespräch statt. Nachfragen und Bewerbungen bitte bei Erika Prieser oder Johannes Schönthal.

  • SURE (Substitutionsgestützte Rehabilitation)

Es besteht die Möglichkeit, eine Therapie unter Substitution zu beginnen, sofern einige Voraussetzungen erfüllt sind (Beigebrauchsfreiheit, Dosis, Bereitschaft zur Abdosierung u.a.). Wir bieten dafür 8 Plätze an.

  • Nachsorge

    Wir bieten im Raum Tübingen insgesamt 18 Plätze betreutes Wohnen im Rahmen der Nachsorge an. Der Aufenthalt ist zunächst auf ein halbes Jahr geplant, kann aber in der Regel bis zu einem Jahr verlängert werden. Auch in den Nachsorgewohngemeinschaften erwarten wir Abstinenz von Drogen und Alkohol.
    Externe Aufnahmen in die Nachsorgewohnungen sind möglich.

    Möglichkeiten zur ambulanten Nachsorge vor Ort gibt es an unseren Drogenberatungsstellen in Tübingen und Reutlingen.

  • Werkstätten

Wir bieten an:

  • Arbeitstherapie / Praktikum
  • Ausbildung und Umschulung zum Industriemechaniker(in),
    Fachrichtung Geräte- und Feinwerktechnik
    Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
    Umschulungsdauer: 2 Jahre
  • Facharbeiterprüfung vor der Industrie- und Handelskammer Reutlingen
  • Trainingsmaßnahmen und Qualifizierungsmaßnahmen unter realistischen Bedingungen.

Zur Fachklinik Drogenhilfe Tübingen gehört unser Ausbildungsbetrieb, die Metallwerkstatt (Dußlingen bei Tübingen), und die Schreinerei der Fachklinik. Diese sind geführt von Handwerksmeistern und qualifizierten Arbeitstherapeuten. Neben der Vermittlung der berufsbezogenen Kenntnisse und Fähigkeiten stellen wir uns mit langjährigen pädagogisch qualifizierten Meistern auf die besonderen psychosozialen Bedürfnisse unserer Auszubildenden und Praktikanten ein.

  • stationäre Einrichtungen/TAB
  • Ausbildungs-
    werkstätten
  • Tagesklinische
    Abteilung
  • betreutes
    Wohnen
  • Geschäfts-
    stellen
außerhalb Badenwürttemberg