Podiumsdiskussion
Im Rahmen des Fußball ohne Drogen Cup fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Doping im Sport- Alltagsdoping“ statt. Auf dem Podium saßen neben Guido Buchwald, Ex-Profi, VfB Stuttgart, Professor Treutlein, PH Heidelberg, Ulrike Spitz, Stellvertretende Geschäftsführerin der Nationalen Doping Agentur (NADA), Brigitte Lösch, MdL (Bündnis 90/ die Grünen), Ulla Haußmann, MdL (SPD), Dr. Ulrich Noll, MdL (FDP) und eine Ex-Drogenabhängige der Fachklinik Friedrichshof.
Im VIP Raum der Stuttgarter Kickers auf der Waldau wurde unter der Moderation von Christian Heise, Geschäftsführer bwlv, rege diskutiert. Ulrike Spitz von der Nationalen Dopingagentur (NADA) definierte zunächst den Begriff „Alltagsdoping“. Medikamente wie Ritalin, Modafinil und bestimmte Psychopharmaka gelten als Leistungssteigerer, wenn sie von Gesunden eingenommen werden. Die Verschreibungszahlen dieser Stoffe lassen vermuten, dass „Lifestyle-Doping“ weiter verbreitet ist als bislang angenommen. Zur Konzentration bei einer wichtigen Prüfung, um den langen Arbeitstag besser zu überstehen oder als Glücksoptimierer, die Einsatzgebiete sind vielfältig. Noch gibt es keine Untersuchung, wie sich der Einsatz von Medikamenten bei Gesunden auswirkt. Professor Gerhard Treutlein, der erst jüngst für seine Bemühungen im Antidopingkampf mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde, betonte, dass Gehirndoping zwar kurzfristige Vorteile bringe, aber vermutlich langfristig Nachteile. Über die Wirkung ist einiges bekannt, über Nebenwirkungen jedoch wenig. Treutlein spricht hier von einer Dopingmentalität im Spitzensport, aber auch im Alltag. Dabei fängt die Einnahme von Medikamenten meist sehr früh an und kann so spätere Verhaltensweisen beeinflussen. Kinder erfahren so, wenn ich etwas leisten will, muss ich etwas einnehmen. Brigitte Lösch, Bündnis 90/ DIE GRÜNEN setzt hier ganz auf Verhältnisprävention. Ulla Haußmann, SPD, will bei Ärzten und Eltern ansetzen, um gezielt zu informieren. Guido Buchwald vom VfB Stuttgart brach die Lanze für den Sport. „Im Sport braucht man einen klaren Kopf, daher war ich immer froh eine Mannschaftssportart zu betreiben“. Herr Dr. Noll von der FDP gibt auch zu bedenken, dass man den Sport nicht zu sehr ins Zwielicht bringen solle, da er eine ausgesprochen wichtige Funktion in der Prävention übernehmen kann und will diese Seite mehr gestärkt sehen. Die einzige „Ex-Drogenabhängige“ auf dem Podium berichtete über ihren Drogeneinstieg und freut sich als ehemalige Leistungssportlerin, dass Sie heute ihre Fitness beim „Fußball ohne Drogen Cup“ erneut zeigen kann.
Impressionen vom Fussball ohne Drogen Cup in Stuttgart
Fotos: Uwe Röder