20 Jährige stirbt nach dem Konsum von Legal Highs


Foto:Uwe Röder

Als Legal Highs werden neue psychoaktive Substanzen (NPS) bezeichnet, welche noch nicht von der Drogenpolitik erfasst sind. Verkauft werden sie meistens als Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger, verpackt in bunten Tütchen unter Namen wie „Spice“, „Black Mamba“ oder „Lava Red“. Konsumiert werden Legal Highs, ähnlich wie Cannabis, als Joint, in einer Pfeife oder in einer Bong (Auwärter; Drogen und Suchtbericht 2015). Die Angabe über Inhaltsstoffe auf der Verpackung entspricht selten der tatsächlichen Zusammensetzung, weshalb der falsche Eindruck entsteht, Legal Highs seien ungefährlich und gesundheitlich unbedenklich. Zudem können sich Konsumenten nie über das Ausmaß der Wirkung sicher sein, da selbst bei Produkten mit der gleichen Bezeichnung andere Inhaltsstoffe enthalten sein können. Besonders synthetische Cannabinoide werden in der Regel nicht auf der Verpackung aufgeführt.

Synthetische Cannabinoide sind psychoaktive Substanzen, welche den Wirkstoff in Cannabis nachahmen. Sie haben allerdings eine stärkere Wirkung, weshalb sie auch für erfahrene Cannabiskonsumenten eine Gefahr darstellen. Durch falsche Angaben über Inhaltsstoffe, sowie die ungleiche Verteilung des Wirkstoffes in der Packung, kann es leicht zu einer Überdosierung kommen. Beispiele dafür sind psychotische Episoden, Panikattacken, Herzklopfen, Übelkeit und Krämpfe (Auwärter).

Im Mai 2016 ist eine 20 Jährige in Trier nach dem Konsum von Legal Highs gestorben. Auch in Baden-Württemberg kommt es immer wieder zu Vorfällen (swr.de). So wurden 2015 in Reutlingen 23 Jungen unter 18 Jahren wegen Drogenintoxikation, überwiegend durch Legal Highs verursacht, in´s Krankenhaus eingeliefert (bwlv Reutlingen). Leider ist es trotz der Gefahren schwer, das Angebot der Legal Highs zu kontrollieren, da sich Mischungen und Substanzen ständig verändern.

Der bwlv begrüßt den aktuellen Gesetzentwurf für ein Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) der Bundesregierung, welcher vorsieht, dass ganze Stoffgruppen verboten werden, um eine Verbreitung in immer neuen Varianten zu verhindern.

Quellen und weitere Infos:

  • Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (2016). Drogen- und Suchtbericht 2015. Verfügbar unter folgendem Link
  • swr.de (2016). 20 Jährige stirbt nach Konsum von „Legal Highs“. Verfügbar unter folgenden Link
  • Auwärter, Volker (n.d.). Synthetische Cannabinoide: Kräutermischungen/Räuchermischungen. Broschüre für Fachkräfte. Verfügbar unter folgendem Link 
  • Europäischer Drogenbericht (2016). Verfügbar unter folgendem Link

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