Pädagogisch-therapeutische Wohngruppe für Mädchen mit Suchtproblemen und Traumafolgestörungen

Unsere Einrichtung

JELLA setzt gezielt an der Schnittstelle von Jugendhilfe, Drogenhilfe sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie an und sucht die Barrieren zwischen diesen Hilfesystemen zu überwinden. Wir arbeiten auf der Basis einer Synthese von Alltag, Pädagogik und (Sucht-) Therapie, konsequent mädchenspezifisch und traumapädagogisch ausgerichtet. Übergeordnete Ziele der Betreuung sind die psychische Stabilisierung und/oder der schrittweise Aufbau eines drogenfreien Lebens. In die pädagogisch-therapeutische Mädchenwohngruppe JELLA nehmen wir Mädchen im Alter von 14 bis 21 Jahren auf. Der bewusst überschaubare und intensive Betreuungsrahmen mit nur sechs Plätzen ermöglicht einen individuellen und flexiblen Hilfe- und Therapieprozess mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen je nach vorrangiger Problemlage und Zielsetzung.

Mädchenwohngruppe JELLA

Vandalenstr. 25
70435 Stuttgart

Telefon: 0711 / 540 69 60
Fax: 0711 / 540 69 62

E-Mail: jella@bw-lv.de

Zielgruppe

Mädchen und junge Frauen im Alter von 14-21 Jahren, mit Drogenproblemen und/oder bei denen (jugend-) psychiatrische Störungen, insbesondere Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen, Ängste, Depressionen und Traumafolgestörungen vorliegen.

 

Ziele

  • Entwicklung einer selbstbestimmten Identität als Mädchen / Frau
  • Realisierung einer drogenfreien Lebensperspektive
  • Bewältigung des individuellen Risikoverhaltens, dessen Ursachen und Folgen
  • Reduktion von traumatypischen Symptomen, wie Selbstverletzungen, Dissoziationen, Flashbacks und Impulsdurchbrüchen
  • Erweiterung psychosozialer und lebenspraktischer Handlungspotentiale
  • Schulische / berufliche Kompetenzen

 

Prämissen

  • Mädchenspezifischer Ansatz
  • Ganzheitlichkeit
  • Subjektorientierung
  • Synthese von Alltag, Pädagogik und (Sucht-)Therapie
  • Traumapädagogische Ausrichtung
  • Methodenvielfalt

 

Kurzzeitmodule

  • Bieten eine intensive Zeit zur Stabilisierung, mit dem Ziel eine Fortführung der bisherigen Erziehungshilfe zu ermöglichen.
  • Durchschnittliche Dauer: Drei Monate.
  • Die Zielsetzung und -überprüfung erfolgt im Austausch mit der „Stammeinrichtung“ des Mädchens.

 

Das Haus

  • 6 Einzelzimmer
  • Gemeinschafts- und Therapieräume
  • kleines Gärtchen

 

Modellprojekt 2001 - 2004

JELLA wurde von 2001 bis 2004 als Modellprojekt durch das Land Baden-Württemberg gefördert und durch die Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaften, wissenschaftlich begleitet.


Unsere Leistungen

  • 24-Stunden-Betreuung
  • Cleane und geschützte Räume für Mädchen
  • Bezugsbetreuerin
  • Wöchentliche therapeutische Einzelgespräche
  • Gruppentherapeutische Angebote
  • Psycho- und Suchtedukation
  • Traumapädagogik
  • Tagesstrukturierung
  • Trainingskurse / Workshops
  • Aktiv-kreative Freizeitgestaltung
  • Sportgruppe
  • Erlebnispädagogische Aktivitäten und Freizeiten (Klettern, Kanutouren, Stockkampf u. v. m.)
  • Anleitung zur Selbstorganisation des alltäglichen Zusammenlebens
  • Schuldenregulierung
  • Krisenintervention
  • Drogenscreenings und Alkoholtests
  • Auszeitenmodell


Unser Team

Unser Team ist interdisziplinär und geschlechtshomogen mit einer Diplom-Pädagogin, Diplom-Sozialpädagoginnen sowie einer Diplom-Psychologin besetzt. Die Mitarbeiterinnen bringen fundierte Kenntnisse aus der Suchtarbeit/-therapie, sowie der Mädchenarbeit mit. Diese werden kontinuierlich ergänzt durch vielfältige Qualifikationen in weiteren Bereichen wie Akupunktur, Entspannungsverfahren, Erlebnispädagogik, Medienpädagogik, Schuldnerberatung.
Darüber hinaus verfügen wir über anerkannte therapeutische Ausbildungen, die in den therapeutischen Einzel- und Gruppensettings methodenübergreifend, subjekt- und situationsorientiert eingesetzt werden. Unsere Grundlage bilden dabei insbesondere die humanistischen Therapieverfahren wie Gesprächs- und Gestalttherapie, aber auch systemische Familientherapie und - mit besonderer Wichtigkeit - Traumatherapie und Suchttherapie.
Wir reflektieren unser Handeln u. a. in regelmäßiger Fall- und Teamsupervision und entwickeln JELLA konzeptionell in gemeinsamen Team-Fortbildungen und Klausurtagen weiter.
Die geregelte medizinische Versorgung der Mädchen wird durch die bewährte Kooperation mit unserer Hausärztin sowie weiteren FachärztInnen gewährleistet. Die gegebenenfalls begleitende psychiatrische Behandlung erfolgt für die Minderjährigen in langjähriger Kooperation mit der Stuttgarter Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie für die jungen Volljährigen durch niedergelassene PsychiaterInnen und das Klinikum Stuttgart.

Das JELLA-Team
Das JELLA-Team
Therapiehündin "Malou"
Therapiehündin "Malou"

Kontakt

Mädchenwohngruppe JELLA
Vandalenstr. 25
70435 Stuttgart
Telefon: 0711 / 540 69 60
Fax: 0711 / 540 69 62
E-Mail: jella@bw-lv.de

Leitung: Heidrun Neuwirth
Tel.: 0711 / 69 33 04 04
E-Mail: heidrun.neuwirth@bw-lv.de  


News

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Formulare und Prospekte


Aufnahme

Für eine Aufnahme benötigen wir:

  • Persönliche Anmeldung per Telefon
  • schriftlicher Lebens- und Suchtverlauf
  • abgeschlossener körperlicher Entzug / Clean-Nachweis
  • Kostenzusage des zuständigen Jugendamtes nach SGB VIII § 27 i.V.m. § 34 sowie § 35a und § 41

Bei Bedarf unterstützen wir die Mädchen gerne bei der Vermittlung eines Entzugsplatzes oder der Kontaktaufnahme zum Jugendamt.

Infobesuch und Vorgespräch

Aufnahmetelefon:
0711 / 69 33 04 04
heidrun.neuwirth@bw-lv.de


Mädchen über JELLA

Du interessierst Dich für JELLA?

Da wir aus eigener Erfahrung wissen wie schwer es ist, sich für eine Einrichtung zu entscheiden, wollen wir Dir erzählen, wie es hier in JELLA so ist und wie unser Tag, unsere Woche aussieht und natürlich, ob es uns gefällt oder nicht. Deshalb hat jede von uns etwas für Dich geschrieben.

Viel Spaß beim Lesen!

Die JELLA-Bewohnerinnen, August 2013

 

Mein Ankommen in JELLA - Die erste Woche

Wenige Tage vor meiner Aufnahme in JELLA hatte ich ziemliche Zweifel, ob ich das alles durchhalte und die Gruppe wirklich für mich geeignet ist. Ich kam mit großer Anspannung und Angst an einem Freitagmorgen nach JELLA, allein bei dem Gedanken meine Familie und Freunde für bestimmte Zeit nicht bei mir zu haben, hatte ich an meinem ersten Tag solche Sehnsucht, dass ich dachte, dem Druck nicht Stand zu halten. Ich nahm mir vor stark zu bleiben, doch Trauer und Angst waren in den ersten drei Tagen einfach überlegen und ließen mich hoffnungslos werden. Doch mit jedem Gespräch der anderen Mädels, die mich verstanden haben und mir sagten, dass der Anfang am Schlimmsten sei und ich hier nicht alleine bin, wurde mir bewusst, dass die negativen Gedanken, die ich den ganzen Tag über mit mir herum trug zwecklos waren und es nur noch schwerer machten. Also erstellte ich mir einen Plan, wo ich mir Termine aufschrieb, an denen ich wahrscheinlich eine meiner Freundinnen oder eine Bezugsperson sehen könnte und stellte fest, dass diese Termine nicht mehr weit von mir entfernt waren und genau diese Dinge ließen mich wieder nach vorne schauen. Mittlerweile bin ich eine Woche in JELLA und es geht mir Tag für Tag besser. Ich durfte die ersten Telefonate mit der Familie und für mich wichtigen Personen führen, ich weiß, dass ich nicht alleine bin, und ich jedem Tag meinem Ziel weiter in die Arme laufe!

Mila (17)

 

Mein Alltag in JELLA

In JELLA gibt es viele verschiedene Angebote, z.B. die Gruppen- und Einzeltherapie bei der ich Sachen, die mir wichtig sind, besprechen kann. Bei mir ist das meistens schwierig, weil ich mit Dingen konfrontiert werde über die ich mir Gedanken machen muss, um sie zu verstehen. Bei der Gruppentherapie bist du mit anderen Mädchen zusammen in dem sogenannten Therapieraum und kannst Dinge besprechen und klären. Meistens gibt es jeden Tag eine Lernzeit, die 2 Stunden lang geht. Mir persönlich fällt es schwer mich so lange zu konzentrieren, weil es schon lang ist. Die Betreuerinnen ermuntern mich dann weiter zu machen, das hilft schon sehr. Insgeheim finde ich die Lernzeit auch gut, um mich auf die Schule vorzubereiten. Ich muss jede Woche 1x kochen, was ich sehr gerne mache, da ich alles kochen kann, was ich will. Na ja fast, es gibt da nämlich eine NoGo-Liste, welche Lebensmittel ich nicht benutzen darf. Die dann vielleicht Auswirkungen auf meinen UK haben. Zum Alltag gehört auch die tägliche Tagesauswertung, die mir helfen soll auf mich zu achten, wie es mir geht oder einfach zu reflektieren. Am Abend kann ich, wenn ich mein Zimmer aufgeräumt habe, Fernsehen schauen. In JELLA gibt es leider nur 4 Fernsehabende. Allgemein ist es ganz gut hier zu sein, da wenn man sich drauf einlässt viel erreichen kann.

Tiffany (14)

 

Suchttherapie - Was ist das für mich?

Bei der Suchttherapie in JELLA geht es vor allem darum, das eigene Suchtverhalten kennen und einschätzen zu lernen. Um das zu erreichen spricht man in den Einzel- und Gruppentherapien über das Thema "Sucht", es gibt begleitete Expositionstrainings und man erarbeitet Skills (Strategien), um mit "Suchtdruck" umgehen zu können.

Klingt alles in allem relativ einfach und entspannt... Achtung Enttäuschung: Das ist es nicht!!! Als ich hierher kam, wurde ich das erste Mal direkt mit meinem Suchtproblem konfrontiert und musste erkennen, dass dieses Problem größer ist als ich immer gedacht hab. Schon allein so eine Erkenntnis macht einen fertig, um ganz ehrlich zu sein. Die ersten Wochen waren für mich unglaublich anstrengend, so wie für alle Mädels, die hier waren / sind. Zu lernen mit seinem Suchtdruck umgehen zu können, die Gefühle aushalten zu müssen, die man sonst mit Drogen, Alkohol und Selbstverletzen "weg" geschwemmt hat, ist auf gut deutsch zum Kotzen!

ABER: Es wird besser! Ich bin mittlerweile fast 4 Monate hier und hab gelernt meine Sucht anzuschauen und mit ihr zu arbeiten. Die ersten Wochen waren hart, die kommenden Wochen werden sicher auch nicht leicht, aber es wird einfacher und Unterstützung hat man hier wirklich viel! Nicht nur von Betreuerinnen und Therapeutinnen, sondern vor allem auch durch die Mädels hier!

Emily (18)

 

Was ich in JELLA so erlebe

Um vom Alltag und der Schule abschalten zu können und auch was zu wagen unternehmen wir viele erlebnispädagogische Angebote. Hier meine persönlichen Erlebnisse und Highlights:

Die Radfreizeit war schwierig für mich, weil ich Radfahren nicht so gerne mag. Außerdem hat es geregnet und war kalt. Für die anderen Mädchen war es auch schwer durchzuhalten, aber wir haben uns gegenseitig motiviert.

Bei der Winterfreizeit war es dagegen sehr schön, auch wenn es schwierig war den Berg im Schnee hoch zu wandern, hatten wir sehr viel Spaß. Abends haben wir dann Feuer gemacht und Spiele gespielt, wir konnten uns gegenseitig besser kennen lernen und es gab auch keine Probleme in einem Zimmer zu schlafen. Wir haben uns vertraut, dass jetzt keine etwas klaut. Durch die Aktivitäten und die Freizeiten, die wir Mädchen zusammen machen, kommen wir uns immer näher, können uns immer mehr vertrauen, besser Gruppenarbeiten machen, aber auch Selbstvertrauen aufbauen. Nicht nur mit Suchtdruck umzugehn lernt man hier, sondern auch mit Geld und Selbstverantwortung. Das Schönste an JELLA ist, dass wenn ein oder mehrere Mädchen bei den Aktis oder Freizeiten keinen Bock haben oder keine Motivation mehr, sind die anderen Mädchen und die Betreuerinnen da und motivieren einen mit ihrer guten Laune.

Tiziana (17)

 

Malou...

Wir in JELLA haben eine Therapiehündin namens Malou. Sie ist ein braun-weißer Australian-Sheperd. Malou ist verschmust und verspielt. Sie begleitet ihre Besitzerin 2 - 3 mal die Woche zu uns und wir können uns in Absprache mit ihr beschäftigen. Manchmal nehmen wir Malou zu unserem Morgenlauf mit und spielen mit ihr. Durch sie lernen wir einen besseren Umgang zu Tieren, werden achtsamer und ruhiger (da Malou bei Geschrei ins Büro flüchtet) und lernen Verantwortung für den Hund, doch auch für unsere Umgebung zu übernehmen. Außerdem lernen wir ruhig zu bleiben, wenn Malou nicht gleich hört. Ich, die Mädchen und die Betreuerinnen haben Malou sehr ins Herz geschlossen. Ich liebe es Zeit mir ihr zu verbringen.

Sophia (14)

 

JELLA ist für mich...

... tägliches Lernen. Lernen mit meiner Sucht zu leben, den Alltag zu strukturieren bzw. zu meistern und in einer Gruppe zu agieren.

JELLA hilft einem zu wachsen und bietet einem eine Perspektive.

Elena (18)

 

Und hier noch unsere Top 10 der besten Gründe für JELLA:

1.    Viele verschiedene Therapieangebote und Freizeitangebote (Sport, Gruppenausflüge, ...) neben Freizeit, die man für sich nutzen kann

2.    Nette Betreuerinnen bzw. viel und gute Betreuung / Ansprechpartnerinnen  z.B. die Bezugsbetreuungs-Aktivität, bei der man gemeinsam mit der Bezugsbetreuerin ins Kino, ins Café oder auch mal zu einem Konzert gehen kann

3.    Jedes Mädchen hat seine eigene Bezugsbetreuerin

4.    Man "wächst"  die Persönlichkeit, das Selbstbewusstsein etc.

5.    JELLA hat eine Therapiehündin

6.    Man darf mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten rauchen  7 Zigaretten am Tag

7.     gemeinsamer WG-Alltag mit Einkaufen, Kochen, Waschen, Putzdienste, Therapien, Termine, Aufgaben, ...

8.    Man lernt clean zu bleiben, das Positive daran zu erkennen und kann nach JELLA alleine durch erworbene Skills mit seiner Sucht klar kommen

9.  Unterstützt bei Themen wie Selbstverletzung, Drogen, Traumata, Familienproblemen, Alltagsproblemen, Schulproblemen und Problemen mit der Polizei

10.  Ab der Therapiephase bekommt man sein Handy

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