Medien - von der exzessiven Nutzung bis hin zur Sucht

Neue Medien gehören heutzutage unverzichtbar zum beruflichen und privaten Alltag. Der Zuwachs an mobilen Mediengeräten ist enorm. In allen deutschen Haushalten existieren Handy und Computer/Laptop und in fast allen Fernseher, Smartphone und Radio (JIM Studie 2014). Neben vielen positiven Kommunikations-, Lern-, Arbeits-, Unterhaltungs- und Informationsmöglichkeiten zeigen sich zunehmend auch Risiken und Gefährdungspotentiale.

(Online) Spiele
FIFA, Call of Duty, Quiz Duell, Sims, Rollen-, Strategie-, Musik-, Sport- oder Shooter Spiele - ihre Gestaltung und spielerischen Möglichkeiten faszinieren.

Jeder zweite Deutsche spielt digitale Spiele und jeder dritte Deutsche spielt mehrmals pro Monat Computer- und Videospiele (BIU/GfK, 2014). Unter den 12- bis 19-Jährigen spielt jedes zweite Mädchen und die Mehrheit aller Jungen (84 %) täglich oder mehrmals pro Woche digitale Spiele (JIM Studie 2014). Der Sog des Spiels, Druck und Belastungen im Leben sowie bestimmte Persönlichkeitsmerkmale können zu exzessiven Spielphasen bis hin zur Sucht führen.


Kommunikation
Das Internet bietet mobile, schnelle und einfache Kommunikationsmöglichkeiten. Auch die 12- bis 19-Jährigen nutzen täglich oder mehrmals wöchentlich E-Mail, Telefon, Skype und Twitter. 80 % der 12- bis 19-Jährigen nutzen Chatting täglich oder mehrmals pro Woche. Die Nutzung der Online-Communities steigt mit dem Jugendalter. Jeder Dritte 12- bis 13-Jährige und die Mehrheit der 18- bis 19-Jährigen (79 %) nutzen sie täglich oder häufig (JIM Studie 2014).

Der digitale Austausch kann belasten, wenn überall, jederzeit, ständig, zwanghaft, unmittelbar und viel kommuniziert wird. Jugendliche selbst sind inzwischen von der dauernden Erreichbarkeit genervt (JIM Studie 2014). Immer mehr Jugendliche (38%) haben jemanden im Bekanntenkreis, der schon mal Cybermobbing erlebte (JIM Studie 2014).

Pornographie im Internet
Das Sex-Geschäft hat mit dem Internet einen leicht zugänglichen Absatzmarkt entdeckt. Eine exzessive Nutzung von Porno- und Cybersex-Websiten ist problematisch. Sie kann zu Realitätsverlust und Online-Sexsucht führen.


Trends und Zahlen zur exzessiven Internetnutzung
Verschiedene Studien belegen, dass die problematische und pathologische Internetnutzung bei den Jugendlichen zunimmt. Weil es noch keine allgemein gültigen Kriterien gibt und jeweils unterschiedlich große Stichproben untersucht wurden, gelangen die Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen: 6-13,6 % der Jugendlichen haben eine problematische, exzessive Internetnutzung (EXIF Studie 2012, PINTA Studie 2013, EU-Net-ADB 2013) und 1-8,4 % der Jugendlichen haben eine suchtartige Internetnutzung (Petersen/Thomasius 2010b, PINTA Studie 2013, EU-Net-ADB 2013).

Was wir tun

Wenn sich die Nutzung der neuen Medien zu einem problematischen Umgang bis hin zu suchtartigem Verhalten entwickelt und dabei die Balance zwischen der virtuellen und realen Welt verloren geht, dann ist Hilfestellung notwendig!

Der bwlv nimmt sich der Problematik an. In den Kompetenzzentren Mediensucht erhalten Betroffene, Pädagogen/innen und Angehörige Information und Beratung. Nach Diagnostik und Einschätzung des problematischen oder suchtartigen Verhaltens erfolgt eine einzel- oder familientherapeutische Behandlung. In manchen Fällen ist eine stationäre Behandlung notwendig.

Wir unterstützen und begleiten Jugendhäuser, Schulen, Kindertageseinrichtungen sowie Jugendhilfeeinrichtungen bei der Entwicklung und Umsetzung von präventiven Projekten. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden Grenzen, Richtlinien und Maßnahmen für einen gesunden, kompetenten Umgang mit Medien entwickelt und unterstützt.

Hier gelangen Sie zu unseren Präventionsangeboten

Materialien und Website-Empfehlungen für Kinder, Jugendliche, Eltern und pädagogische Fachkräfte enthält dieser Download

Unsere Kompetenzzentren Mediensucht

Kompetenzzentrum Mediensucht Calw
Bahnhofstraße 31, 75365 Calw
Tel.:07051-93616, Fax: 07051-936188
fs-calw@bw-lv.de


Kompetenzzentrum Mediensucht Karlsruhe/Bruchsal

Hildastr. 1, 76646 Bruchsal
Tel.: 07251-932384-0,Fax: 07251-932384-99
fs-bruchsal@bw-lv.de


Kompetenzzentrum Mediensucht Ortenau (Verbund Kehl, Offenburg, Lahr)
Jugend- und Drogenberatungsstelle Kehl
Bankstr. 5, 77694 Kehl
Tel.: 07851-994779-0, Fax: 07851-994779-99
drobs-kehl@bw-lv.de


Jugend- und Drogenberatungsstelle Offenburg
Haupstraße 57, 77652 Offenburg
Tel: 0781-948788-0, Fax: 0781-948788-99
drobs-kehl@bw-lv.de


Jugend- und Drogenberatungsstelle Lahr
Jammstr. 2, 77933 Lahr
Tel: 07821-923899-0, Fax: 07821-923899-99
drogenhilfe-lahr@bw-lv.de

Kompetenzzentrum Mediensucht Rastatt
Lyzeumstraße 23, 76437 Rastatt
Tel.: 07222-405879-0, Fax: 07222-405879-99
fs-rastatt@bw-lv.de


Kompetenzzentrum Mediensucht
Tuttlingen

Freiburgstr. 44, 78532 Tuttlingen
Tel.: 07461-96648-0, Fax: 07461-96648-29
fs-tuttlingen@bw-lv.de


Kompetenzzentrum Mediensucht Villingen-Schwenningen

Großherzog-Karl-Str. 6, 78050 Villingen-Schwenningen
Tel.: 07721-878646-0, Fax: 07721-878646-99
fs-sbk@bw-lv.de

Kompetenzzentrum Mediensucht
Singen

Julius-Bührer Str. 4, 78224 Singen
Tel.: 07731-91240-0, Fax: 07731-91240-29
fs-singen@bw-lv.de

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