09. Juli 2025 Projekt Digitales Informations- und Übergabegespräch (DIGGING) – Zusammenfassung der Evaluation

Ziel des Projektes DIGGING ist, durch die digitalen Übergabegespräche eine neue Kommunikationsmöglichkeit zu nutzen, die sich positiv auf die Antragszahlen und Antrittsquoten für Reha-Maßnahmen auswirken. Darüber hinaus sollen sich die digitalen Übergabegespräche positiv auf die Weiterbehandlung und Nachsorge auswirken.
Ziele des Projekts waren:

  • Verbesserung der teilhabeorientierten Übergabe
  • Verbesserung der Informationsvermittlung über die Rehabilitation
  • Erste Kontaktaufnahme als positive Bindungserfahrung
  • Klärung von offenen Fragen
  • Verbesserung der Zusammenarbeit
     

Alle Förderziele konnten voll umfänglich erreicht werden. Dies zeigt die Auswertung von N=340 Fragebögen, in denen die Klient:innen bzw. Rehabilitand:innen zu ihrer Zufriedenheit mit den DIGGING – Gesprächen befragt wurden. In allen Bereichen (z.B. neue und frühzeitige Informationen über die Behandlung, Terminplanung, Vorbereitung auf das Gespräch, Ergebnis des Gesprächs) gab es sehr hohe Zufriedenheitswerte. Auf „Behandlerseite“ konnten die regelmäßige Videokontakte die vertrauensvolle Zusammenarbeit verstärken und der gegenseitige Austausch über Veränderungen in den Einrichtungen konnte persönlich besprochen werden.
Die bessere Zusammenarbeit schlägt sich ebenfalls in einigen Kennzahlen nieder. So haben sich die Anzahl der Reha-Anträge seit der Einführung der digitalen Übergabe- und Informationsgespräche insbesondere in Bezug auf die stationäre medizinische Rehabilitation deutlich erhöht. Auch bei den erfolgreichen Vermittlungen in stationäre Angebote zeigt sich eine Zunahme um 16% vom Jahr 2022 auf das Jahr 2023.
Die digitalen Informations- und Übergabegespräche sind im bwlv schon jetzt zu einem wichtigen Baustein im Hinblick auf die Teilhabeorientierung des Verbandes geworden. Aufgrund der sehr guten Ergebnisse des Projekts und der Akzeptanz sowohl auf Klienten- als auch Behandlerseite hat sich ein verbandsweites Projekt mit dem Titel „Teilhabeorientierung“ entwickelt. Unser Konzept der Teilhabeorientierung richtet den Blick auf die Gesamtlebenssituation von Klient:innen/ Rehabilitand:innen und bezieht sie als Betroffene konsequent in alle Prozesse mit ein. Beratungs- und Behandlungsangebote sollen zielführend kombiniert werden, Naht- und Schnittstellenprobleme sollen reduziert werden. Der Informationsfluss über den gesamten Beratungs- und Behandlungsprozess muss gesichert werden und die inhaltliche Prozesse werden unabhängig von der jeweiligen Behandlungseinrichtung klient:innenbezogen weitergeführt. Ausgehend von den Erkenntnissen aus dem „Digging Projekt“ wurde eine Matrix „Teilhabe und Handlungsbedarfe“ entwickelt, welche das zentrale und verbindende Element dieser kollegialen Kooperationskette ist. Ohne das Projekt „Digging“ hätte dieser komplexe Ansatz nicht angestoßen werden können.